Immobilienbilder bei Nacht

Innenaufnahmen bei Nacht sind nur selten attraktiv. Eine Herausforderung sind die Fenster: Entweder sind sie ein schwarzes Loch oder der Ausblick ist durch eine Verdunkelung (Rollladen, Jalousie, Vorhang etc.) verdeckt. Nur selten handelt es sich um einen attraktiven Blick auf ein beleuchtetes Objekt. Darüber hinaus dürfte genau dieser abends angenehme Ausblick tagsüber nicht wirklich verkaufsfördernd wirken.

 

Anders sieht es bei Außenaufnahmen aus. Der Blick auf ein freundlich erleuchtetes Haus kann sehr positiv wirken. Das kann auf der einen Seite eine hell erleuchtete Fassade sein. Was sehr häufig positiv wirkt, ist auf der anderen Seite der Blick durch große Fenster auf die beleuchteten Räume des Objekts.

 

Es gelten ähnliche Herausforderungen wie bei der Erstellung von Innenaufnahmen. Durch den starken Kontrast zwischen den hellen Fenstern und Lampen und den dunklen Teilen des Bildes ist der Einsatz einer Belichtungsautomatik eher problematisch. In der manuellen Einstellung geht man so vor: Für möglichst hohe Schärfe und ausreichende Schärfentiefe ist für die allermeisten Objektive eine Blende um die 8 empfehlenswert. Soll nicht das ganze Objekt scharf abgebildet werden kann auf eine größere Blende zurückgegriffen werden. Für maximalen Dynamikumfang und möglichst geringes Rauschen des Fotos sollte eine geringe Empfindlichkeit, also eine ISO um die 100 eingestellt werden. Über die Belichtungszeit lässt sich jetzt die Helligkeit des Bildes steuern und je nach Kamera schon vor dem Auslösen auf dem Display einschätzen. Die selbe Vorgehensweise kann man übrigens auch wählen, wenn man Fotos von Innenräumen machen möchte und die hellen Fenster dafür sorgen, dass jedes Bild zu dunkel erstellt wird.

 

Man erreicht so meistens Belichtungszeiten von mehreren Sekunden. Das heißt: Die Kamera muss auf ein Stativ, wo es in der Immobilienfotografie sowieso meistens hingehört. Ausgelöst wird entweder mit einem Fernauslöser, Funkauslöser, Handy-App etc. oder mit dem Selbstauslöser (z.B. auf 2 Sekunden). Nur so kann sicher gestellt werden, dass beim Auslösen keine Schwingungen durch den Fotografen in das Stativ geleitet werden. Wenn das Stativ eine Mittelsäule hat, sollte diese auf keinen Fall ausgefahren werden, auch das könnte sonst zu leichten Verwacklungen führen.

Da die wenigsten noch gerne um 23 Uhr abends zum Fotografieren herausgehen, werden solche Bilder in der Regel im Herbst oder Winter geschossen.

Aber aufgepasst, wie bei allen anderen Bildern auch, sollten veröffentlichte Bilder zur Jahreszeit passen. Haben die Bäume keine Blätter oder kann man gar weihnachtliche Accessoires entdecken, so sollte man diese Bilder nicht im Hochsommer für den Vertrieb einsetzen. Auf einen Hotel- oder Restaurantflyer passen sie zwar meistens, in einem Exposé signalisieren sie im Sommer jedoch: Dieses Objekt ist schon länger auf dem Markt.

Man kann bei der Gelegenheit auch mit den Auswirkungen der längeren Belichtungszeit experimentieren. Vorbeifahrende Autos oder Zweiräder hinterlassen einen Lichtschweif auf dem Bild. Das kann das Bild lebendiger machen, sollte aber natürlich nicht vom eigentlichen Motiv ablenken,

 

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihren Immobilienfotos bei Nacht

Kommentar schreiben

Kommentare: 0